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Forum Politik und Gesellschaft

Indien zählt global zu den politisch wie wirtschaftlich stark aufstrebenden Staaten, ist G20-Mitglied und Atommacht, und wird 2050 zu den global führenden Wirtschaftsmächten zählen. Gleichzeitig hat Indien mit seiner Milliardenbevölkerung und seiner sehr diversifizierten Gesellschaft sehr viele gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Herausforderungen der Zukunft zu lösen.

Diesem Spannungsfeld nähern wir uns multidisziplinär in Gesprächen und Vorträgen, um die spezifischen politischen und gesellschaftlichen Probleme und Lösungsansätze Indiens besser zu verstehen.

Literaturhaus Darmstadt, Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Kontakt: Claus Stark, 0174-6135798, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

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 Aktuelle Veranstaltung in Darmstadt

 

Montag, den 27. September 2021, 18:30 Uhr

Freiwilligenarbeit in Indien, Nepal und weltweit – Ein Trend zwischen Wohltätigkeit, Lifestyle und Ausbeutung

Benjamin Haas, Kulturanthropologe an der Universität zu Köln
Alice Blum, Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Gießen

Offenes Haus des Ev. Dekanats, Rheinstrasse 31, Darmstadt
 

India Trip Orphanage
(Photo: Wikimedia Commons)

 

Die Welt entdecken und Gutes tun“ – lautet der Werbeslogan einer großen Reiseagentur. Ein paar Wochen Freiwilligenarbeit in Indien oder Nepal kann man dort direkt aus dem Katalog buchen. Auch staatliche Förderprogramme wie Weltwärts bieten jungen Menschen die Möglichkeit, sich in sozialen Einrichtungen in sogenannten Entwicklungsländern zu engagieren. Nach der Schule oder im Studium im Ausland zu „helfen“ gehört für viele heute zu einem perfektionierten Lebenslauf dazu. Die Kritik an dem Konzept wächst jedoch. Besonders in Asien steht der Trend sogar im Zusammenhang mit Menschenhandel, da die voluntouristische Nachfrage zum Geschäftsmodell von sogenannten Waisenhäusern geworden ist. Freiwilligendienste und Voluntourismus reproduzieren dazu oftmals problematische Bilder wohltätiger, weißer `Expert:innen´ auf der einen und hilfebedürftiger Menschen des Globalen Südens auf der anderen Seite. Die jungen Menschen nehmen Positionen ein, beispielsweise in Schulen, für die sie nicht ausgebildet sind und die bspw. eine professionelle Praxis internationaler Sozialer Arbeit und Pädagogik konterkarieren. Somit stellt sich die Frage wer hier eigentlich von wem profitiert?  

Die beiden Vorträge nehmen eine kritische Analyse von Freiwilligenarbeit im Globalen Süden vor. Sie zeigen die Unterschiede der Formate auf und was sich ändern müsste und mit welcher Haltung Freiwillige ins Ausland reisen sollten, um postkolonialen Problematiken zu begegnen.

Alice Blum ist Sozialwissenschaftlerin und hat gemeinsam mit Dorothee Schäfer zu Voluntourismus und Freiwilligenarbeit im Globalen Süden geforscht.

Benjamin Haas ist Kulturanthropologe und beschäftigt sich seit vielen Jahren praktisch und wissenschaftlich mit Freiwilligendiensten und Voluntourismus. Publikationsliste unter www.benhaas.de.

 

Die Veranstaltung ist Teil der gemeinsamen Veranstaltungsreihe "Kritischer Blick auf die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Indien" von Deutsch-Indische Zusammenarbeit (DIZ) e.V., Karuna Deutschland und Deutsch-Indische Gesellschaft Darmstadt-Frankfurt e.V. - nähere Informationen hierzu finden Sie unten auf dieser Webseite.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Anmeldung per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Corona-Regeln

Es gelten die aktuellen Hygiene- und Zugangsregeln für Innen-Veranstaltungen: Zertifiziertes negatives Schnelltestergebnis (max. 24 Stunden alt), Genesenenbescheinigung oder Impfbestätigung (gültig ab 15 Tage nach der zweiten Impfung) (3-G-Regel) - bitte bringen Sie den Nachweis und Ihren amtlichen Lichtbildausweis mit.

Es besteht Maskenpflicht im Gebäude bis zum Sitzplatz. Nachdem Sie Ihren Sitzplatz eingenommen haben, dürfen Sie die Maske während der gesamten Veranstaltung abnehmen.

 

Tel. Auskunft am Veranstaltungstag von 10 – 12 Uhr: bei Claus Stark, Tel. 0174-6135798

 

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Gemeinsame entwicklungspolitische Veranstaltungsreihe (gEPV)

"Kritischer Blick auf die Entwicklungszusammenarbeit
zwischen Deutschland und Indien"

von

Deutsch-Indische Zusammenarbeit (DIZ) e.V.,
Karuna Deutschland e.V.
und Deutsch-Indische Gesellschaft Darmstadt-Frankfurt e.V.

 

Seit über 60 Jahren arbeiten Deutschland und Indien auf staatlicher Ebene entwicklungs- und wirtschaftspolitisch zusammen. Neben den großen staatlichen Akteuren sind auch zahlreiche Nichtregierungs­organisationen aus Deutschland und anderen Ländern mit ihren eigenen Entwicklungs­schwerpunkten seit Jahrzehnten in den Ländern des Globalen Südens aktiv. Was aber haben diese enormen Anstrengungen für die Menschen in Indien gebracht? Wurden Armut und Ungleichheit besiegt, Freiheit und Wohlstand für alle erreicht? Wir wollen, ausgehend vom Erbe der kolonialen Geschichte Indiens und anderer Länder, in die Gegenwart und die Zukunft moderner Entwicklungs­zusammenarbeit blicken und sie anhand praktischer Beispiele beleuchten.

Die Deutsch-Indische Zusammenarbeit (DIZ) e.V. in Frankfurt, Karuna Deutschland e.V. in Essen und die Deutsch-Indische Gesellschaft Darmstadt-Frankfurt e.V. laden Euch herzlich zu spannenden Veranstaltungen im September ein.

Die Teilnahme ist kostenlos, es ist jedoch jeweils eine Anmeldung erforderlich.

Es gelten die jeweiligen Corona-Vorschriften vor Ort.

 

Samstag, 11. September 2021, von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Kolonialismus und gesellschaftliche Entwicklung in Indien und weltweit

Ort: ChorForum Essen, Fischerstraße 2–4, 45128 Essen
Moderation: Karuna Deutschland e.V.
Anmeldung bitte per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Referierende: Clemens Jürgenmeyer (Indologe) und Jessica Valdez Vanegas (Bildungsreferentin)

Indien erlangte am 15. August 1947 die Unabhängigkeit. An diesem Tag endete unter dramatischen Umständen die fast 200 Jahre dauernde britische Kolonial­herrschaft über ein Land, das wegen seiner Größe und seiner politischen und wirtschaftlichen Bedeutung stets als Juwel des britischen Empire galt. Die Folgen dieser Herrschaft waren gravierend und wirken bis auf den heutigen Tag in vielfältiger Weise nach – in der Regel nicht zum Wohl der breiten Bevölkerung.

Die Referierenden beleuchten nicht nur die Schrecken der Kolonial­vergangenheit, sondern auch deren Auswirkungen bis in die heutige Zeit, die für einige Länder des Globalen Südens kritisch analysiert werden.

Jessica Valdez Vanegas ist Teil des FairBindung Kollektiv Berlin, das sich seit 2008 für eine nachhaltige, solidarische und global gerechte Welt einsetzt. Sie ist Projektkoordinatorin und Bildungsreferentin in den Bereichen Antidiskriminierung, Klimagerechtigkeit und solidarischer Handel. Sie produziert audiovisuelle Bildungsmaterialien aus einer dekolonialen und machtkritischen Perspektive und schafft kritische, gesunde, kollektive sowie künstlerische Räume und Diskussionen.

 

Montag, 13. September 2021, von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr

Entwicklungszusammenarbeit mit Indien: Woher, Wozu, Wohin?

Ort: Evangelische Dreifaltigkeitsgemeinde, Funckstraße 16, 60486 Frankfurt am Main
Moderation: Deutsch-Indische Zusammenarbeit (DIZ) e.V.
Anmeldung bitte per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Referent: Dr. Christian Wagner, Senior Fellow, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin

Die Entwicklungs­zusammenarbeit mit Indien wird von verschiedenen Widersprüchen geprägt. Einerseits zählt Indien zu den größten Empfängern bundes­deutscher Entwicklungs­zusammenarbeit. Andererseits hat Indien seit Jahren hohe Wachstumsraten und zählt zu den dynamischsten Volks­wirt­schaf­ten in Asien. Schließlich ist Indien selbst in den letzten Jahren zu einem neuen Geber in der Entwicklungs­zusammenarbeit aufgestiegen und konkurriert in vielen Regionen mit China. Welche Folgen haben diese teilweise wider­sprüchlichen Entwicklungen auf unsere Entwicklungs­zusammen­arbeit mit Indien? Diese spannenden Fragen wollen wir in einer Diskussions­runde mit Herrn Dr. Christian Wagner diskutieren.

 

AKTUELLE VERANSTALTUNG

Donnerstag, 23. September 2021, von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Schulbildung im Schatten der Corona-Pandemie in Indien und Nepal

Online-Veranstaltung via Zoom, Teilnahme kostenlos, Anmeldung ist erforderlich.

Anmeldung bitte über den folgenden Link:
https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZ0ucemspj0iHdyIlice9y-ZheUV6z6Yahld

Die Folgen der Coronapandemie haben dazu geführt, dass mehr als 1,5 Milliarden Kinder weltweit zeitweise keine Schule besuchen konnten. Nach Angaben der UNESCO sind etwa 330 Millionen Kinder in Indien von den landesweiten Schulschließungen betroffen. Der Online-Unterricht erreicht hier nur etwa zehn Prozent der Schulkinder. Die bittere Wahrheit ist, dass die Erfolge der letzten Jahre im Bildungsbereich massiv bedroht sind. Unsere Referent*innen legen die Herausforderungen und Chancen dar, die für Länder wie Indien und Nepal im Bildungsbereich bestehen. Diese Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Referierende:
Niharika Chopra, Education Consultant, Kailash Satyarthi Foundation
Bhim Bahadur Bogati, REED Nepal
Dr. Laxmi Paudyal, Save the Children Nepal

Diese Veranstaltung mit Referentinnen und Referenten aus Indien und Nepal wird als virtueller Vortrag gestaltet. Daher findet sie auf Englisch statt, eine Übersetzung wird es nicht geben.

 

Montag, 27. September 2021, von 18.30 Uhr bis 20:30 Uhr

Freiwilligenarbeit in Indien, Nepal und weltweit – Ein Trend zwischen Wohltätigkeit, Lifestyle und Ausbeutung

Ort: Offenes Haus des Evangelischen Dekanats, Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt
Moderation: Deutsch‑Indische Gesellschaft Darmstadt‑Frankfurt e.V.
Anmeldung bitte per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Referierende: Benjamin Haas (Wissenschaftler an der Universität zu Köln) und Alice Blum (Wissenschaftlerin an der Universität Gießen)

Die Welt entdecken und Gutes tun“ – lautet der Werbeslogan einer großen Reiseagentur. Ein paar Wochen Freiwilligenarbeit in Indien oder Nepal kann man dort direkt aus dem Katalog buchen. Auch staatliche Förderprogramme wie Weltwärts bieten jungen Menschen die Möglichkeit, sich in sozialen Einrichtungen in sogenannten Entwicklungsländern zu engagieren. Nach der Schule oder im Studium im Ausland zu „helfen“ gehört für viele heute zu einem perfektionierten Lebenslauf dazu. Die Kritik an dem Konzept wächst jedoch. Besonders in Asien steht der Trend sogar im Zusammenhang mit Menschenhandel, da die voluntouristische Nachfrage zum Geschäftsmodell von sogenannten Waisenhäusern geworden ist. Freiwilligendienste und Voluntourismus reproduzieren dazu oftmals problematische Bilder wohltätiger, weißer `Expert:innen´ auf der einen und hilfebedürftiger Menschen des Globalen Südens auf der anderen Seite. Die jungen Menschen nehmen Positionen ein, beispielsweise in Schulen, für die sie nicht ausgebildet sind und die bspw. eine professionelle Praxis internationaler Sozialer Arbeit und Pädagogik konterkarieren. Somit stellt sich die Frage wer hier eigentlich von wem profitiert? 

Siehe Eintrag oben für weitere Details.

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